FUS Studie am Marienhospital
Studie zur Brustkrebsbehandlung mit fokussiertem Ultraschall deutschlandweit exklusiv in Bottrop
Im Marienhospital in Bottrop begann im Juli 2011 eine Studie, die Aussichten hat, die Behandlung von Brustkrebs zu revolutionieren. Es handelt sich dabei um die Anwendung von hochfokussiertem Ultraschall unter Kernspinkontrolle zur Zerstörung der Tumoren.
Bisher gibt es nur eine kleine Untersuchung aus Japan. Jetzt soll diese Therapie bei einer größeren Gruppe von Patientinnen untersucht werden. Da es in Deutschland nur vier Geräte gibt, mit denen hochfokussierter kernspingesteuerter Ultraschall angewendet werden kann, bekam das Brustzentrum Marienhospital Bottrop neben zwei anderen Zentren im europäischen Ausland den Zuschlag für die Durchführung der Studie.
Leiter der Studie sind Dr. med. Kolberg, der Chefarzt der Frauenklinik im Marienhospital und Leiter des zertifizierten Brustzentrums sowie Privatdozent Dr. med. Farahati, Nuklearmediziner und einer der Experten aus dem
FUS Zentrum Bottrop.

Das Prinzip des FUS ist die Bündelung von Ultraschallstrahlen unter Steuerung durch eine simultane Kernspintomographie. Dadurch wird Wärme erzeigt, die zum Absterben des Zielgewebes führt, ohne dem übrigen Körper zu schaden.
Die Experten im FUS Zentrums Bottrop behandeln auf diesem Wege, gemeinsam mit den Kollegen aus der Frauenklinik des Marienhospitals Bottrop, schon seit 2009 Patientinnen mit Myomen, bei denen so in über 80 Prozent der geeigneten Fälle eine Kontrolle der Symptome ohne Operation gelingt. Die Kandidatinnen dafür kommen aus ganz Deutschland und aus dem Ausland dafür in die Myomsprechstunde von Dr. med. Kolberg.

In der Studie werden die Patientinnen, mit durch eine Stanzbiopsie gesichertem Brustkrebs, zunächst im Kernspin untersucht, ob sie sich für die Behandlung eignen. Bei Eignung wird dann die kernspingesteuerte FUS- Behandlung durchgeführt. Die Prozedur dauert etwa zwei Stunden und ist ambulant durchführbar. 14 Tage später wird erneut ein Kernspin durchgeführt, um zu kontrollieren, ob der Tumor verschwunden ist. Dann wird die Operation durchgeführt und die Ergebnisse der Pathologen werden mit dem Kernspinergebnis verglichen. Wenn die Hypothese der Studienleiter stimmt, müsste man bei über 95 Prozent der Patientinnen das Ergebnis der pathologischen Untersuchung bereits im Kernspin vorhersagen können.

Brustkrebsexperte Kolberg ist hochzufrieden, ein solch innovatives Projekt nach Deutschland geholt zu haben:
"Wenn wir erfolgreich sind, können wir in der Zukunft möglicherweise einem gewissen Teil der Brustkrebspatientinnen die Operation ersparen. Das wäre ein Meilenstein in der Behandlung dieser Erkrankung".